RA-021/2024 – Abrechnung der Familienberatung

Der Stadtrat Jens Kieselstein hat eine Ratsanfrage zum Thema Abrechnung der Familienberatung gestellt. Die gesamte Ratsanfrage im Wortlaut:

  1. Gibt es derzeit einen Leistungskatalog, welchen die Vereine, die die Familienberatung durchführen, erfüllen müssen, um beim Jugendamt entsprechend eine Abrechnung einreichen zu können?

    Antwort: Ein Leistungskatalog, wie er bspw. im Gesundheitswesen zur Anwendung kommt, liegt der Erbringung von Leistungsangeboten des SGB VIII durch freie Träger der Jugendhilfe nicht zugrunde. Freie Träger, die ein Angebot der Familien- und Erziehungsberatung nach § 28 SGB VIII vorhalten, schließen auf der Grundlage ihrer selbst erstellten Leistungsbeschreibungen entsprechend den gesetzlichen Regelungen des § 77 SGB VIII folgende Vereinbarungen mit dem Jugendamt ab: Leistungsvereinbarung, Qualitätsentwicklungsvereinbarung, Entgeltvereinbarung. Diese Vereinbarungen sind die Grundlage für die von der Stadt Chemnitz erstatteten Entgelte.

  2. Falls ja: Sind darin Abstufungen möglich (z.B. bei vorzeitigem Abbruch des Gespräches, bei einem Wechsel der zu beratenden Personen zu einer anderen Beratung, etc.)? Falls nein: Nach welchen Kriterien überprüft das Jugendamt, ob die in Rechnung gestellten Leistungen auch vollständig erbracht wurden?

    Antwort: Die freien Träger melden jährlich folgende statistische Angaben zum Umfang und zur Nachfrage ihrer Beratungsangebote an das Jugendamt: Neuanmeldungen, beendete Beratungen, Gesamtsumme Beratungsprozesse, durchschnittliche Wartezeit zwischen Anmeldung und Erstberatungstermin.

    Diese Daten und die jährlich einzureichenden Jahresberichte werden mit der laut Leistungsbeschreibung beabsichtigten Leistungserbringung abgeglichen. Bei Neuabschlüssen bzw. Fortschreibungen der unter Frage 1 genannten Vereinbarungen werden die Qualitätsentwicklungsvereinbarungen und damit die Arbeitsweise der Beratungsstelle evaluiert.

  3. Werden jährlich Daten erfasst, welche einen prozentualen Anteil von angebotenen und tatsächlich erbrachten Leistungen gegenüberstellen? Sind diese ausschlaggebend für das Jugendamt, wenn es um die Auszahlung oder Vergabe von Mitteln und Projekten geht?

    Antwort: Die erfassten Daten sind unter Frage 2 benannt. In den letzten Jahren waren alle Beratungsstellen durchgängig ausgelastet und somit jugendhilfeplanerisch notwendig.