RA-188/2023 – Zusätzliche Formate Deutschlandtickets (Nachfrage zu BA-027/2023)

Der Stadtrat und Fraktionsvorsitzende Dr. Dieter Füsslein hat eine Ratsanfrage zu den zusätzlichen Formaten des Deutschlandtickets gestellt. Die gesamte Ratsanfrage samt Antwort im Wortlaut wie folgt:

  1. Wie ist derzeit der Stand bei der Umsetzung des Beschlussantrages?

    Antwort: Mit dem o. g. Beschluss wurden der Oberbürgermeister der Stadt Chemnitz und die CVAG beauftragt, in Zusammenhang mit der Einführung des Deutschlandtickets auf eine weitere, digital auslesbare, Option – primär den chipkartenbasierten Fahrscheinverkauf – hinzuwirken. Dies ist zwischenzeitlich geschehen und durch die CVAG wurden parallel zwei mögliche Lösungsansätze verfolgt und untersucht.

    Fall A: CVAG-interner Lösungsansatz zur chipkartenbasierten Ausgabe des DeutschlandticketsFall B: unternehmensübergreifende Lösung im VMS

    Nach Bewertung der wirtschaftlichen und zeitlichen Rahmenbedingungen wurde die Entscheidung zur Umsetzung von Fall A getroffen.

    Bewertung Fall A:Die CVAG besitzt ein technisch und betriebsorganisatorisch funktionierendes Vertriebssystem, in welches seit Inbetriebnahme Gesamtinvestitionen in Höhe von 335.000 € geflossen sind. Das System ist nach Aussage und einem der CVAG vorliegenden Angebot der Firma Systemtechnik GmbH aus Sömmerda nachrüstbar, um letztendlich einen Chipkartenverkauf des Deutschlandtickets realisieren zu können. Eine Ausschreibung ist in diesem Fall nicht erforderlich, da die Umsetzung im Rahmen eines Systemupgrades erfolgt. Gegenüber der Verbundlösung entstehen somit deutliche zeitliche Effizienzen.

    Bewertung Fall B:
    Die unternehmensübergreifende Lösung ist zeitintensiv und erfordert zunächst die Beschaffung eines gemeinsamen Vertriebssystems. Aufgrund des erforderlichen Abstimmungsbedarfs zwischen den Unternehmen und der Klassifizierung als neues Investitionsprojekt sind das Procedere zur Erarbeitung des Lasten- und Pflichtenheftes sowie das Ausschreibungsprocedere mit Fristen von mehreren Monaten verbunden. Eine Umsetzung scheint daher frühestens im Laufe des Jahres 2025 realistisch. Die derzeit vom VMS grob geschätzten Kosten für die Systemeinführung liegen bezogen auf die CVAG bei 200 T€ (anteilige Investitionskosten). Nicht berücksichtigt sind hierbei Kosten für neue Schnittstellen zu betrieblichen Systemen außerhalb des Vertriebssystems. Betriebskosten entstehen bei beiden Varianten nach ersten Kostenschätzungen in vergleichbarer Höhe.

    Unter Beachtung aller Rahmenbedingungen wird, wie bereits aufgeführt der Fall A, favorisiert und realisiert.

    Die in der CVAG sowie verbundweit eingesetzte Kontrolltechnik entspricht den deutschlandweiten Vorgaben zum Deutschlandticket und zu dessen Kontrollierbarkeit.
  2. Worin begründet sich die Verzögerung bei der fehlenden Berichterstattung der CVAG im Ausschuss?

    Antwort: Eine Berichterstattung erfolgte am 16.01.2024 im Ausschuss für Stadtentwicklung und Mobilität.
  3. Hat die CVAG in Kooperation mit anderen Verkehrsbetrieben ein Abkommen getroffen, welches übergangsweise den Verkauf der Chipkarten zulässt (z.B. DVB, LVB)?

    Antwort: Auf Basis einer Kooperation mit der Dresdner Verkehrsbetriebe AG (DVB) ist es seit April 2023 möglich, im Mobilitätszentrum der CVAG ein Deutschlandticket im Format Chipkarte bei der DVB zu beantragen.
  4. Ab wann gibt es entsprechend technische Voraussetzungen bei der CVAG, um diese Chipkarten auszulesen?

    Antwort: Nach aktueller Auftragslage ist davon auszugehen, dass der chipkartenbasierte Vertrieb des Deutschlandtickets mit Beginn des III. Quartals 2024 umsetzbar ist.
  5. Wurden die im Antrag zu überprüfenden alternativen Zahlungsmöglichkeiten (Apple Pay, PayPal, etc.) geprüft und was ist das Ergebnis?

    Antwort: Als Bezahlformat für ein Abonnement bei der CVAG ist weiterhin grundsätzlich nur der Weg über das Konto des Nutzers möglich, also auch für das Deutschlandticket. Weitere Bezahlformate sind vorerst über das Vertriebssystem der CVAG nicht möglich.
  6. Für welches Datum ist es derzeit geplant, dass die Einführung eines von der CVAG vertriebenen Chipkarten-Deutschlandtickets in Chemnitzer Verkaufsstellen erhältlich ist?

    Antwort: Siehe Antwort zu Frage 4.
  7. Ist es angedacht, dass die CVAG künftig auf ihrer Website darüber informiert, wo sich alternative Verkaufsstellen für das Ticket im Chipkartenformat (z.B. DVB, LVB) finden, um übergangsweise Interessenten weiterzuhelfen?

    Antwort: Kunden, welche Interesse an einem Deutschlandticket im Chipkartenformat haben, werden auf Nachfrage auf die Beantragung vor Ort im Mobilitätszentraum aufmerksam gemacht. Aus wirtschaftlichen Gründen wird von einer aktiven Bewerbung abgesehen. Wie bereits in der Stellungnahme zum Beschlussantrag BA-027/2023 geschildert, haben sich die Unternehmen des
    Verkehrsverbundes Mittelsachsen (VMS) dazu verständigt, strategisch alle Abonnements mit dem
    Trägermedium Chipkarte ausgeben zu wollen. Hierfür sind jedoch vorgelagerte Projekte wie
    beispielsweise neue bzw. angepasste Vertriebshintergrundsysteme sowie der Aufbau eines
    ETicket-Systems für den gesamten Verkehrsverbund unerlässlich. Der Planungshorizont stellt dar,
    dass mit einer verbundweiten produktiven Umsetzung frühestens Ende 2025 zu rechnen ist.
    Darüber hinaus strebt die CVAG unter Berücksichtigung des bestehenden Vertriebshintergrundsystems an, das Deutschlandticket mit dem Trägermedium Chipkarte im
    zweiten Quartal dieses Jahres auszugeben. Hierbei sind Anpassungen des Systems sowie die
    fristgerechte Beschaffung von Chipkarten essentiell.